Angelika Luz und Studierende im Studio für Stimmkunst und Neues Musiktheater

Angelika Luz und Studierende im Studio für Stimmkunst und Neues Musiktheater
Foto: Oliver Röckle

Luciano Berio
Sequenza III per voce femminile (1966)
In einer Fassung für acht Stimmen

Marta Bauzá-Soler, Catherina Pamela Berzé, Katharina Hahn, Schirin Hudajbergenova, Elisabeth Kaiser, Miriam Klein, Alessia Hyunkyung Park, Johanna Vargas / Stimme

44 emotionale Anweisungen, Flüstern, Lachen, Schnalzen, Singen, Keuchen und vieles mehr machten dieses Werk 1966 zu einem hoch virtuosen Modellfall der Laut- und Sprachkomposition.
Aus der szenischen Variante einer Fassung für 8 Frauenstimmen ergibt sich eine Neu- Komposition von Vervielfältigung, Verdichtung und Verschiebung, die uns staunen lässt.

Georges Aperghis (*1945)
Récitation no. 9 für Frauenstimme (1977-1978)
Angelika Luz / Stimme

Worte und Phoneme, die sich in verschiedene Richtungen drehen. Sprachmusik, die sich zum Karussell entwickelt. Von Angelika Luz in Szene gesetzt für eine Darstellerin, die in Schwierigkeiten steckt….

Prof. Angelika Luz war nach ihrer Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart (Gesang und Klavier) als Koloratursopranistin an zahlreichen Bühnen Europas engagiert, darunter an der Deutschen Oper Berlin, der Staatsoper Hamburg, und dem Opernhaus Zürich. Ihr Rollenspektrum reicht von Monteverdis Poppea über Mozarts Königin der Nacht bis zum Musiktheater und Schauspiel der Gegenwart. Zahlreiche Rundfunk- und CD-Aufnahmen und Auftritte bei allen wichtigen internationalen Festivals dokumentieren die Hinwendung der Sängerin zur zeitgenössischen Musik, wo sie neben solistischen Auftritten und Solo-Performances bis 2006 auch mit den Neuen Vocalsolisten in musikalischer und experimenteller Arbeit verbunden war und in enger Zusammenarbeit mit Komponisten unzählige Uraufführungen gesungen hat. Als Dramaturgin und Regisseurin hat sie über 40 Produktionen mit vorwiegend freien szenischen Arbeiten zeitgenössischer Kunst erarbeitet.
Als Professorin betreut sie seit 2007 den Studiengang Master Neue Musik/Gesang an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Seit 2011 leitet sie dort das Studio für Stimmkunst und Neues Musiktheater. Ihre Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich Neue Musik für Stimme vermittelt sie zudem international in Meisterklassen und Workshops.

www.angelika-luz.de
www.mh-stuttgart.de/de/studios-und-ensembles/studios/studio-fuer-stimmkunst-und-neues-musiktheater/

Studierende des Studios für Stimmkunst und Neues Musiktheater:

Marta Bauzá-Soler (Sopran), geboren in Pollença (Mallorca), wo sie mit 7 Jahren ihre musikalische Ausbildung in Klarinette beginnt. Ab 2007 beginnt sie Gesangunterricht am Conservatori municipal de música de Barcelona bei Mª Angels Miró. Ihr Gesangstudium nimmt sie am Conservatori Superior de Música del Liceu in Barcelona bei Carmen Bustamante auf und vollendet nun ihren Bachelor an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart bei Prof. Francisco Araiza am Juli 2015 mit Auszeichnung. Sie hat mehrere Vorführungen mit »Les 3 Sopranos« im Juli und August 2013 auf Mallorca gemacht, wo sie in verschiedenen Bühnen wie der Castell de Bellver in Palma, oder der Claustre de Sant Domingo in Pollença und Auditori von Alcúdia aufgetreten ist. Auch in der Kongresshalle von Ibiza im Dezember 2013. Im May 2015 singt sie in einem Benefizkonzert mit Bariton Juan Pons u.a. am Teatro Principal in Palma de Mallorca. Sie hat beim Staatsopernchor Stuttgart mittgewirkt in der Aufführung von »Nabucco« an der Oper Stuttgart in der Saison 2013/14 und 2014/2015. Und in der Spielzeit 2015/16 ist Sie am Stuttgarter Opernchor Mitglied als Sopran 2. Im November 2013 wirkt sie bei dem Projekt »Babel« des Komponisten Mauricio Kagel mit, unter der Leitung von Marcelo Cardoso in der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart.
Meisterkurse, unter anderem bei Dalton Baldwin, Margreet Honig, Juan Pons, Francisco Araiza, Anja Nicklich, Dolora Zajck und stimmliche Beratung bei Montserrat Caballé, Jaume Aragall, Joseph van Damme sowie der Sopranistin Gabriele Fuchs, Barbara Bonney und Fenna Kügel-Seifried ergänzen ihre Ausbildung.
Zurzeit folgt sie das Masterstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, bei Prof. Ulrike Sonntag.

Catherina Pamela Berzé begann mit 13 Jahren ihre Gesangsausbildung und setzte diese später an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien und der Anton Bruckner Privatuniversität Linz fort, wo sie bei William Mason studierte. Nach einem Auslandsemester in Luzern studierte sie dort 2 weitere Jahre bei Liliane Zürcher. Seit 2015 ist sie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart bei Prof. Angelika Luz und Prof. Georg Nigl.
Zusätzliche Anregungen erhielt sie in Meisterkursen unter anderem bei Beverly Blankenship, Ton Koopman, Margreet Honig, Kurt Widmer, Manfred Mayrhofer, Vivian Hanner und Maria Husmann.
Bereits im Alter von 17 Jahren wirkte sie als Solistin in Susie Selfs »EIS-für Orchester und Stimme« mit. Ab 2009 konnte sie sich ihrem Interesse für die neue Musik in zahlreichen Uraufführungen (unter anderem Till Körbers Oratorium »De Curro Igneo«, Gunter Waldeks »Stabat Mater«, Franz Hummels Schauspieloper »Fouché«) widmen.
Auf der Opernbühne konnte man sie als Hänsel in Humperdinks »Hänsel und Gretel«, Orpheus in Glucks »Orpheus und Eurydike«, Cherubino in Mozarts »Le Nozze die Figaro«, 3. Dame in Mozarts »Die Zauberflöte« und vielen weiteren mehr sehen. Ihr Liedprogramm reicht von Händel bis Stockhausen.
Auftritte führten die Sängerin nach Österreich, Deutschland, Frankreich und die Schweiz unter anderem an die Wiener Staatsoper, den Wiener Musikverein, Linzer Landestheater, Brucknerhaus Linz, Stadttheater Bad Hall, Luzerner Theater, Posthof Linz, Südpol Luzern.

Katharina Hahn, gebürtige Fuldaerin Katharina Hahn sang bereits im Alter von 8 Jahren im Jugend Kathedral Chor Fulda und erhielt dort ihren ersten Gesangsunterricht bei der Gesangspädagogin Ute Büttner. Seit 2005 war sie mehrfache Preisträgerin bei Jugend musiziert und erhielt 2008 den Sonderpreis der Walter und Charlotte Hamel Stiftung in der Kategorie Vokal-Ensemble und den Jugend-musiziert-Preis der Sparkasse Fulda.
Sie studierte klassischen Gesang an der Hochschule für Musik und Tanz Köln/ Wuppertal bei Prof. Brigitte Lindner und schloss diesen Bachelor of Music im September 2012 erfolgreich ab. Derzeit studiert sie Master Liedgesang an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart in den Klassen von Prof. Cornelis Witthoefft und Sylvia Koncza.
Sie war Stipendiatin in dem gemeinnützigen Verein Yehudi Menuhin – Live Music Now Köln und des Richard Wagner Verbandes Wuppertal 2012. Ihr Operndebüt gab sie 2010 an den Wuppertaler Bühnen wo sie unter anderem die Partie des Knaben in der »Zauberflöte« sang und bei zahlreichen Produktionen im Opernchor mitwirkte. Im Juni 2012 war sie in den Rollen La Bergere und La Chatte in der Oper »L´enfant et les sortileges« am Theater Aachen zu hören.

Schirin Hudajbergenova, geboren in Kasachstan, von 2010 bis 2015 Bachelorstudium im Fach Gesang an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart in der Klasse von Prof. Francisco Araiza. Zurzeit Master Gesang an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart in der Klasse von Gundula Schneider.
Mitwirkung an Meisterkursen unter anderem bei Margreet Honig, Ulrike Sonntag. Projekte unter anderen mit Susanne Obert, Peter Lauterbach, Alexander Adiarte, Per Borin und Angelika Luz.

Elisabeth Kaiser ist Vokalperformerin, Komponistin (Studium an der Folkwang Universität der Künste Essen), Künstlerin (Studium an der Hochschule für Künste Bremen) und Synästhetikerin. In ihrer eigenen künstlerischen Arbeit experimentiert sie vor allem in Selbstversuchen um einerseits das Wesen genuinen Bewusstseins intensiv zu erfahren und dadurch zu erklären, gleichzeitig aber auch, um unmittelbaren und authentischen künstlerischen Ausdruck hervorzubringen und zu erleben. Ihre Darbietungen entstehen aus dem »genuinen Bewusstsein«, das Allem innewohnt und der daraus resultierenden Logik, dass auch alles durch dieses ursprüngliche, umfassende Bewusstsein miteinander verbunden ist. 2014 gründete sie mit nichtmenschlichen Lebewesen als bewusstseinsfähige künstlerische Partner das Projekt »Jaborosa«. Als Stipendiatin des Antonie-Leins Künstlerhauses Horb a.N. performte sie im Sommer 2014 in »AEONIUM« und 2015 in »Hochzeitstag« mit den winterharten Succulenten des Horber Kakteengartens. Während eines Kontaktstudiums im Fach Gesang bei Frau Prof. Angelika Luz an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart wirkte Elisabeth Kaiser im Februar 2015 unter anderem als StimmKörperGebilde aus Pflanze und Mensch bei dem Projekt »Musiktheatralische Sinnes-Miniaturen« im Haus der Geschichte mit. Sie performte im Mai 2015 zur festlichen Eröffnung »Stuttgart liest ein Buch« mit Judith Schalansky in der Stadtbibliothek am Mailänder Platz im künstlerischen Rahmenprogramm »Klangbuch der imaginären Wesen« von Mario Verandi. Zu Beginn des Jahres 2016 war sie Teilnehmerin des Hör- und Sehspiels »geister.tanz.stimmen«. Außerdem trat sie 2010 und 2011 im griechischen Patras auf, performte 2011 beim Festival »America!Now« der Philharmonie Essen »Aria« von John Cage und interagierte 2012 im römischen Chiostro del Bramante mit der Installation der Künstler Alessandro Fonte und Shawnette Poe. 2012 widmete ihr der griechische Komponist Nickos Harizanos mit »The Bells« ein überwiegend improvisatorisches Stück. Im selben Jahr wurde sie als Sängerin und Stimmkünstlerin für das experimentelle Wagner-Projekt »Klanginsel Tribschen« mit Kompositionen von Andres Bosshard ausgewählt. 2013 sang Elisabeth Kaiser im Fournos Centre Athen (darunter ihr Stück für Stimme und Flamme »dasyatis say«).

Miriam Klein, lyrischer Sopran, studiert im Master Konzertgesang bei Turid Karlsen an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Als Kind eines Percussionisten und Musikschulleiters sammelte sie schon früh Erfahrungen im musikalischen Bereich. So lernte sie zunächst Schlagzeug und Klavier und nahm seit ihrem zwölften Lebensjahr Gesangsunterricht bei Francisca Beaumont. Da der tiefe Drang sich künstlerisch-musikalisch auszudrücken immer stärker wurde, beschloss sie nach ihrem Abitur professionelle Musikerin zu werden. So studierte sie von Oktober 2010 bis Juli 2014 bei Yvonne Schiffelers im Bachelorprogramm des Maastrichter Conservatoriums klassischen Gesang mit Schwerpunkt Oper.
Seit ihrem Abitur 2010 wird sie oft von Chören und Ensembles als Solistin engagiert und hatte zudem 2011 die Chance in der »Opera Zuid« Produktion von Mozarts »Zauberflöte« im Chor mitzuwirken.
Im Sommer 2013 nahm sie als Stipendiatin an der Masterclass in Canto Tignano teil, wo sie szenischen und musikalischen Unterricht von Regisseur Paul Curran und Sopranistin Nicola Beller Carbone erhielt. Im Februar 2014 sang sie die zweite Gespielin in Zemlinskys »Der Zwerg« in der Hochschulproduktion der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart im Rahmen des ERASMUS-Programms. Im Sommer 2014 sang sie die Rolle der Arminda aus »La finta Giardiniera« von Mozart in der Produktion des Conservatoriums Maastricht. Im Dezember 2014 wurde sie zur Stipendiatin des Rotary Clubs Stuttgart. Im Sommer 2015 sang sie die Rolle der Susanna (»Le Nozze di Figaro«) in einer Produktion der Jeunesses Musicales Deutschland in Zusammenarbeit mit Regisseur Dominik Wilgenbus und Dirigent Bruno Weil während der Schlossfestspiele in Weikersheim und im September 2015 wurde sie zur Stipendiatin der Fritz Wunderlich Gesellschaft in Kusel. Im Wintersemester 2015/16 sang sie erneut die Rolle der Susanna in der Opernproduktion der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart unter Dagny Müller und Bernhard Epstein.

Alessia Hyunkyung Park, Sopran, geboren in Seoul, Südkorea.Sie studierte Gesang an der Hochschule für Musik Franz List Weimar bei Prof. Siegfried Gohritz. 2011 begann sie ihr Masterstudium in Neue Musik/Gesang an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart bei Prof. Angelika Luz und Prof. Frank Wörner und setzte ihr Studium mit dem postgradualen Master Konzertexamen in Neue Musik/ Gesang bei Prof. Angelika Luz fort. Sie wirkte als Solistin bei den »Tagen Neue Musik« in Weimar und Lübeck mit. Weitere Konzerte sang sie in Rom, Seoul, München, Rostock und Stuttgart. Erste Bühnenerfahrung sammelte sie in Seoul als Zerlina (»Don Giovanni«) und Adele (»Lelisir d’amore«) sowie am Deutschen Nationaltheater Weimar in der Produktion »Die Grille« von Richard Ayres. Preise errang sie beim Internationalen Wettbewerb »Fata Morgana« in Italien und beim Wettbewerb für Stimmkunst und Neues Musiktheater der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Einen Sonderpreis »für die Aufbrechung des klassischen Konzertrituals« erhielt Alessia Hyungkyung Park (Sopran) und Marija Skender (Klavier) für ihre szenische Darstellung von »Mysteries of the Macabre« von György Ligeti beim Karlsruher Wettbewerb für die Interpretation zeitgenössischer Musik. Ihre künstlerische Arbeit wird vom Land Baden-Württemberg mit einen Stipendium unterstützt.

Johanna Vargas, in Kolumbien geboren, studiert derzeit im Master Neue Musik/ Gesang bei Prof. Angelika Luz und Prof. Georg Nigl an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Mit Diplom absolvierte sie die »Künstlerische Ausbildung« in Gesang in Bremen bei Prof. Maria Kowolik. In Karlsruhe schloss sie den Master Liedgestaltung bei Prof. Mitsuko Shirai und Prof. Hartmut Höll ab.
Weitere Anregungen erhielt sie in Meisterklassen mit Wolfgang Rihm, Daniel Gloger und Thomas Hampson.
In den letzten Jahren errang sie einige Preise im Bereich der neuen Musik; darunter den 2. Preis beim »Hanns Eisler Aufführungspreis für Neue Musik« 2015. Sie ist Stipendiatin zahlreicher deutschlandweiter Förderungen. Als Mitglied des zeitgenössischen Ensembles »KrausFrink« hat sie 2015 bei den »Audi Sommerkonzerten« in Ingolstadt mitgewirkt.
Auf der Opernbühne konnte man Johanna Vargas als Zerlina in »Don Giovanni« im Lyric Opera Studio Weimar sowie als Gretel in »Hänsel und Gretel« in der Shakespeare Company Bremen sehen.